Die größten Fehler von Unternehmen bei Mitarbeiterbefragungen

Die größten Fehler von Unternehmen bei Mitarbeiterbefragungen

By In On 25. März 2015


Im Verlauf der letzten Jahre arbeiteten wir mit den unterschiedlichsten Unternehmen zusammen, die sich zuvor schon selbst daran probiert hatten, eine Mitarbeiterbefragung zu organisieren. Doch die Gründe, an denen die Verantwortlichen scheitern sind oft sehr ähnlich – unabhängig davon, aus welcher Branche sie stammen.

Damit Sie nicht unnötig Zeit und Geld vergeuden, haben wir Ihnen die größten Fehler, die Firmen bei Mitarbeiterbefragungen machen können, zusammengefasst.

1. Fragen selbst ausdenken

Vor allem Chefs von kleinen und mittelständischen Unternehmen versuchen Experte für alles zu sein – um zum einem die Kontrolle zu behalten, zum anderen aber auch Geld zu sparen. Aus diesem Grund wird oft versucht, die Ausgaben für kostenpflichtige Serviceleistungen zu vermeiden und sich firmenintern Fragen auszudenken.

Doch so wie wir keine Autos reparieren, Häuser bauen oder Haare schneiden sollten, weil es dafür Experten gibt, sollten auch Sie von dem Wissen anderer profitieren um bares Geld zu sparen und schneller an Ihr Ziel zu gelangen.

2. Fertige Fragebögen bzw. Vorlagen kostenlos herunterladen

Im Internet gibt es verschiedene Anbieter kostenloser Fragebögen, die angeblich ohne Aufwand heruntergeladen und gedruckt werden können. Zugegeben, dass Angebot klingt einfach und verlockend – doch für eine erfolgreiche Mitarbeiterbefragung sind nicht nur irgendwelche Fragen wichtig, sondern die richtigen Fragen! Bevor Sie Fragebögen in Druck geben, sollten Sie zunächst klären, was Sie sich eigentlich davon erhoffen:

  • Welche Themen sollen behandelt werden?
  • Wie soll die Befragung ablaufen?
  • Wer soll befragt werden?

Spätestens nach der Beantwortung dieser Fragen werden Sie merken, dass ein vorgefertigter Fragebogen viel zu unflexibel ist, um den Bedürfnissen Ihres Unternehmens gerecht zu werden.

Unser Tipp: In unserem Leistungsportfolio finden Sie über 440 Fragen aus allen firmenrelevanten Themenbereichen, die Sie individuell zusammenstellen können.

3. Die Anonymität der Befragten wird nicht gewahrt

Vor allem in kleinen und mittelständischen Unternehmen haben Mitarbeiter oft Sorge, dass Ihre Antworten zurückverfolgt werden. Sollten diese Bedenken nicht vor der Mitarbeiterbefragung aus der Welt geräumt werden, können Angestellte bewusst falsche Antworten geben. Dadurch erhalten Sie nicht nur verfälschte Ergebnisse, sondern es werden im schlimmsten Fall auch noch falsche Folgemaßnahmen daraus abgeleitet.

Nehmen Sie sich also vorab die Zeit, und

  • informieren Sie sich einerseits über die Möglichkeiten, um die Anonymität Ihrer Mitarbeiter zu wahren.
  • Veranstalten Sie aber auch rechtzeitig vorher eine Informationsveranstaltung, in der Sie bewusst die Ziele der Mitarbeiterbefragung vorstellen und auf die Fragen und Sorgen Ihrer Mitarbeiter diesbezüglich eingehen.

Nur so können Sie Ängste Ihrer Angestellten aus der Welt schaffen und für ehrlich Antworten sorgen.

4. Keine Vergleichswerte vorhanden

Das nächste Problem tritt erst in der Analysephase der durchgeführten Mitarbeiterbefragung auf: es gibt oftmals keine vergleichbaren Werte, an denen die eigenen Ergebnisse gemessen werden können. Was auf den ersten Blick wenig dramatisch wirkt, zieht doch oft folgenschwere Entscheidungen mit sich, wenn falsche Maßnahmen aus den Umfrageergebnissen abgeleitet werden.

Ein Beispiel: 17% Ihrer Angestellten bewerten ihre Führungskräfte nur mit befriedigend. Erstmal erscheint die Zahl doch recht hoch und könnte vielleicht Anlass zur Sorge geben. Immerhin sind das fast 1/5 aller Angestellten.

Doch ehe Sie nun Ihre Führungskräfte auf Weiterbildungskurse schicken, Teambildungsevents starten und nachts schlechter schlafen, weil Sie sich fragen, wie es dazu kommt, sollten Sie versuchen herauszufinden, wie diese Frage in anderen Unternehmen durchschnittlich bewertet wird.

Hierzu benötigen Sie sogenannte Benchmarks, aus denen Sie ableiten können, wie gut oder schlecht ihre Ergebnisse sind. Sollten Führungskräfte anderer Unternehmen nun ähnlich abschneiden, können Sie beruhigt sein und sich mit kühlem Kopf Gedanken über die nächsten Schritte machen.

5. Keine Konsequenzen folgen

Nachdem eine Mitarbeiterbefragung abgeschlossen ist, dürfen die Ergebnisse keinesfalls unter den Teppich gekehrt werden. Egal ob sehr positiv, sehr schlecht oder irgendetwas dazwischen: Setzen Sie sich zunächst mit Ihren Führungskräften auseinander und besprechen Sie relevante Ergebnisse. Sollte es in einigen Abteilungen oder Betriebsteilen massive Probleme geben, nutzen Sie Mitarbeitergespräche und Gesprächsrunden mit den betroffenen

  • Mitarbeitern,
  • Führungskräften
  • und einem neutralen Vermittler,

um Probleme anzusprechend und gemeinsam zu lösen. Absolut falsch wäre es jedoch, die im Rahmen der Mitarbeiterbefragung angesprochenen Probleme zu ignorieren und nichts zu tun!

6. Es folgen keine weiteren Befragungen

Die Effizienz von Mitarbeiterbefragungen wird noch größer, wenn die regelmäßig durchgeführt werden – doch noch nicht alle Unternehmen schöpfen dieses Potential voll aus. Vor allem wenn die ersten Ergebnisse positiv waren, werden Führungskräfte nachlässig und sehen keine Bewandtnis darin, die Befragung zu wiederholen. Doch Themen wie die Zufriedenheit und Bindung von Mitarbeitern sind ein sich stetig wandelnder Prozess, der kontinuierlich im Auge behalten werden muss.

Ebenso verhält es sich mit negativen Ergebnissen – sie sind kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken! Ganz im Gegenteil: Ergreifen Sie geeignete Folgemaßnahmen und evaluieren Sie die Erfolge in regelmäßigen Abständen immer wieder. Dadurch motiviert erhalten Sie auch ehrlichere Antworten und besseres Feedback durch Ihre Mitarbeiter – denn diese sehen, dass die Unternehmensleitung ein ehrliches Interesse daran hat, die Zustände in der Firma langfristig zu verbessern.

7. Ergebnisse werden gegen Mitarbeiter verwendet

Dieser Punkt geht ein wenig mit Fehler 3 einher, bei dem der Datenschutz bzw. die Anonymität der Befragten nicht gewahrt wird: Sie sollten Angestellte niemals in einem Gespräch mit den genauen Antworten Ihres Fragebogens konfrontieren, um Rechenschaft zu verlangen!

Gerade in kleinen und mittelständischen Unternehmen ist die Gefahr hoch, dass Antworten zurückverfolgt werden können. Wenn in Ihrem Unternehmen, beispielsweise ein Handwerksbetrieb, nur drei Frauen arbeiten, die auch alle drei ihr Geschlecht im Fragebogen angegeben haben, ist es leider sehr einfach die Ergebnisse Personen zuzuordnen – auch wenn die Mitarbeiterbefragung formal anonym erfolgte.

Selbst wenn Sie anhand der Antworten ableiten können, wer was angekreuzt hat, ist eine Bestrafung in jedem Fall unzulässig und wirkt sich kontraproduktiv auf weitere Befragungen aus. Ihre Mitarbeiter verlieren dadurch das Vertrauen und kreuzen künftig bewusst nur positive Ergebnisse an, um nicht selbst Sanktionen zu erhalten.

Unser Tipp: Um zu vermeiden, dass Ergebnisse überhaupt zurückverfolgt werden können, sollten Fragen auf die weniger als sieben Teilnehmer geantwortet haben, gar nicht erst ausgewertet werden.


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