Regeln für konstruktives Feedback

Regeln für konstruktives Feedback

By In Blog - AT, Tipps - AT On 20. May 2015


Kritik geben und hinnehmen ist oft gar nicht so leicht – vor allem, wenn man den Menschen

  • nahe steht,
  • die Kritik ungerechtfertigt ist oder
  • man ungeübt dabei ist, konstruktives Feedback zu geben/ nehmen.

Doch für Führungskräfte und Mitarbeiter ist es ungemein wichtig förderliches Feedback geben, aber auch annehmen zu können, ohne das es zu Diskussionen oder Streit kommt. Nur so haben beide die Möglichkeit,

  • sich selbst und eine Situation besser einzuschätzen,
  • sowie Positives sichtbar und bewusst zu machen,
  • während Verbesserungswürdiges geändert werden kann.

Kurz: Feedback ist eine Chance – keine Strafe! Damit dem nächsten Mitarbeitergespräch nichts im Wege steht, möchten wir Ihnen heute einige Tipps und Hinweise zum Umgang mit Feedback geben.

So formulieren Sie konstruktives Feedback

Wenn das nächste Mitarbeitergespräch ansteht, sollten Sie sich zunächst einige Fragen zurechtlegen, um einen angenehmen Start in das Gespräch zu haben. Achten Sie schon bei der Planung auf einen passenden Zeitpunkt und Ort, um eine ruhige und entspannte Atmosphäre zu schaffen und Ihrem Mitarbeiter die Möglichkeit zu geben, sich ebenfalls auf das Treffen mit Ihnen vorzubereiten.

Unser Tipp: Feedback auf dem Gang zwischen Tür und Angel ist ein No-go!

Überfallen Sie Ihren Mitarbeiter nicht

Zu Beginn empfiehlt es sich eher, Ihren Gegenüber zu fragen wie er die derzeitige Situation oder einen bestimmten Sachverhalt empfindet. Mit etwas Glück spricht er schon das Thema an, um das es geht und so entsteht das Gespräch deutlich leichter.

Weniger empfehlenswert (aber in der Praxis häufig genutzt) ist die Möglichkeit, direkt nach der Begrüßung selbst mit dem Grund des Treffens zur buchstäblichen Tür hineinzufallen und sich dabei in Rage reden! So schaffen Sie binnen weniger Sekunden eine schlechte Atmosphäre und verhindern von vornherein ein konstruktives Gespräch – für beide Seiten!

Beginnen Sie also zunächst mit positivem Feedback und geben Sie dann erst mögliche Verbesserungsvorschläge. So schaffen Sie eine positive Grundlage und Ihr Mitarbeiter merkt, dass Sie auch etwas gut an seiner Arbeit finden. Leider neigen Menschen im Alltag dazu, negative Dinge in den Vordergrund zu rücken, daher ist es ungemein wichtig auch Positives Feedback zu geben und so das Selbstbewusstsein Ihres Mitarbeiters zu stärken.

Auch beim Formulieren der Botschaften können Sie Ihrem Angestellten, trotz eines kniffligen Themas, ein gutes Gefühl geben:

  • Vermeiden Sie man-Botschaften, um nicht das Gefühl zu geben, dass “alle” gegen Ihren Gesprächspartner sind, sondern wählen Sie Ich-Formulierungen.
  • Sprechen Sie schwierige Kritikpunkte anhand von konkreten Beobachtungen an, Pauschalverurteilungen sollten Sie vermeiden.
  • Kritisieren Sie nicht die Person, sondern das Verhalten.
  • Bewerten Sie dieses jedoch nicht, sondern beschreiben sie es wertneutral und nachvollziehbar. Nutzen Sie dafür Formulierungen wie “Mir hat gefallen …” – “Mit hat nicht gefallen …” – Pauschalierungen wie “Das war gut/ schlecht” helfen Ihrem Gegenüber wenig und können verhindern, dass das Feedback überhaupt als solches wahrgenommen wird.
  • Formulieren Sie, welches Gefühl das Verhalten bei Ihnen ausgelöst hat.
  • Machen Sie selbst einen Vorschlag bzw. geben Sie Feedback, wie Sie sich künftig die Veränderung des Istzustandes vorstellen. So geben Sie Ihrem Mitarbeiter die Chance, sein Verhalten entsprechend anzupassen.
  • Sollten Sie Schwierigkeiten haben das Feedback zu formulieren, bemühen Sie Metaphern oder Bilder. Vermeiden sollten Sie dabei allerdings Typisierungen oder Vergleiche mit Kollegen.
  • Beenden Sie das Feedback mit einer Ermutigung.

Tipps zum Annehmen von Feedback

Selbstverständlich sollten Sie Ihren Angestellten im Rahmen eines Mitarbeitergespräches genug Möglichkeiten einräumen, selbst Feedback zu äußern! Auch dabei heißt es erst mal ruhig bleiben und zuhören. Nehmen Sie das Feedback zunächst an und lassen Sie es auf sich wirken, bevor Sie es sofort abwehren, oder beginnen sich zu rechtfertigen. Sollte etwas unklar bleiben, fragen Sie unbedingt nach, ehe es zu Missverständnissen kommt.

Anschließend sollten Sie das Gehörte reflektieren und selektieren: Berechtigtes sollten Sie unbedingt annehmen, unberechtigtes Feedback aber auch ruhig zurückweisen. Gemeinsam gilt es dann nach Lösungen zu suchen und falls benötigt, auch nach Unterstützung oder Mithilfe zu fragen. Zum Abschluss des Gespräches empfiehlt sich ein Dank für das konstruktive Feedback, um ein positives Ende zu finden.

Holen Sie sich Feedback

Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre Mitarbeitergespräche bzw. die Art Feedback zu geben gut bei Ihren Mitarbeitern ankommen, können Sie dies entweder persönlich fragen oder durchaus im Rahmen einer Mitarbeiterbefragung thematisieren. So haben Sie die Möglichkeit, sich als Führungskraft zu verbessern und künftig noch besseres Feedback zu geben.


About the Author

ASK IT RIGHT
ASK IT RIGHT

ASK IT RIGHT! bietet die wichtigen Fragen für Mitarbeiterbefragungen. Unser Fragenkatalog besteht aus 440 bewährten Fragen und Benchmarks vom Profi. Testen Sie jetzt 20 Fragen kostenlos.

Leave a comment